America's Cup: der Frust wächst, die Öffentlichkeit schwindet

by eric on 12. Februar 2010

Der America’s Cup sorgt  für Frust. Und nicht nur bei den Segelfans, die sich angesichts der technisch überreifen Boote von BMW Oracle Race und Alinghi die Augen reiben. Auch bei den „Offiziellen“ sinkt die Stimmung.

Das liegt zum einen natürlich am Wetter. Am Montag gab es zu wenig Wind für eine Wettfahrt, am Mittwoch waren dann die Wellen zu hoch. Jedenfalls für den Katamaran von Alinghi – BMW Oracle Race wäre gerne gesegelt. James Spithill, 30jähriger Steuermann des US-Katamarans, lies keinen Zweifel darüber, dass er die Schweizer für Weicheier hält. „Es ist eine Schande, dass wir nicht gesegelt sind. Heute Morgen um 10 Uhr hätten wir meiner Meinung nach starten können“, schimpfte er.

Auch die Segelfans wundern sich, dass ein America’s Cup Renn wegen 1,3 Metern durchschnittlicher Wellenhöhe verschoben wird. Auch für heute gibt es wenig Chancen, auch wenn der Start nun auf 12:00 Uhr geplant wird. Paul Cayard, Segelstar und Journalist schreibt „Die Meinung im Media Center hier ist, dass das erste Rennen am Sonntag statt finden wird. Viele denken, die Vorhersage für Freitag ist auch schlecht.“

Das zeigt, wie wenig dieser Cup, wie wenig der Segelsport in die aktuelle Medienlandschaft passt. Hatte man sich vor wenigen Wochen gefreut, dass die Rennen live auf Eurosport übertragen werden – ist von dieser Freude wenig übrig. Denn auch heute wird ab 9:30 Uhr kein America’s Cup dort gezeigt werden können – auch, wenn der drei Stunden im Programm steht. Der früheste Starttermin wird 12:00 Uhr sein, dann steht Radsport an – ein Sport bei dem man sich zumindest auf die Anfangszeiten verlassen kann.

Und das Online Live Streaming? Da punktet vor allem das BMW Oracle Racing Team. Vermutlich, weil der Besitzer und Oracle-Chef Larry Ellison seine Geschäfte auch viel mit Internet-Konzernen macht. Jedenfals zeigt der Livestreaming-Kanal von BMW Oracle Racing ständig ein Unterhaltungsprogramm mit Pressekonferenzen, Interviews und schöne Bildern – während sich der offizielle Webstream meist tot stellt.

Die Welt würde sich zwar für den America’s Cup interessieren – doch es ist offenbar nicht einmal möglich, dabei zuzuschauen, wie sich nichts bewegt. Klar, welcher Journalist kann schon ein/zwei Wochen darauf warten, dass etwas passiert? Selbt der Auftritt von Sir Richard Branson, der gestern mit Russell Coutts den BMW Oracle Trimaran besuchte (Foto: BMW Oracle Race, Gilles Martin-Raget) half dem Cup nicht aus dem medialen Nirwana. Und bei aller Begeisterung für die Boote und dem Segeln überhaupt, fasst Branson zusammen: „Wir planen momentan nicht, uns im America’s Cup zu beteiligen.“

Überhaupt wird die Öffentlichkeit für den America’s Cup zu einem Problem: Nach einer Woche in Valencia ist noch kein Rennen gefahren – und mindestens zwei müssen sein um einen Sieger zu erhalten. Die ersten Journalisten sind schon abgereist, und nach der heutigen Eröffnungsfeier der Olypischen Spiele in Vancouver ist damit zu rechnen, dass die Segler in Valencia  unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Arbeit tun.

Wir bleiben jedenfalls dran, hier auf Segelnews berichten wir alles Berichtenswerte – und auf Twitter halten wir mit der Entwicklung in Valencia Schritt.

(www.americascup.com, BMW Oracle livestream.com)

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