Funkzeugnisse SRC, LRC und UBI: Wer welche Berechtigung wo benötigt

Wer mit seinem Segelboot unterwegs ist, auf dem sich ein Funkgerät befindet, benötigt ein Funkzeugnis. Entgegen früheren Regelungen muss dieses vom Skipper des Segelbootes erworben sein – es reicht nicht, wenn ein Crew-Mitglied dieses vorweisen kann.

Die Regelung ist relativ einfach: Ist ein Funkgerät an Bord, benötigt der Skipper also mindestens ein SRC (Short Range Certivicate), ist eine Grenzwellenanlage eingebaut, dann wird ein LRC (Long Range Certificate) notwendig.

Doch es gibt einige Punkt zu beachten:

  • Für den typischen Yacht-Charter im Küstenverkehr genügt das Short Range Certificate (SRC).
  • Das SRC gilt zeitlich unbegrenzt und international. An deutschen Küsten allerdings nicht – hierfür muss eine Zusatzprüfung abgelegt werden.
  • In vielen Ländern ist das Chartern einer Yacht auch ohne SRC möglich, nicht jedoch etwa in Kroatien. Da der Seefunk kompliziert ist und vor allem in Notsituationen schnell reagiert werden muss, ist der SRC jedoch in jedem Land empfehlenswert.
  • Das SRC enthält nicht den Binnenfunk, der nur mit der Zusatzprüfung UBI verwendet werden darf.
  • Das Long Range Certifikate (LRC) ist nur für den Betrieb einer Satellitenfunkanlage, Inmarsat oder Langwellengeräten notwendig.

Details zu den drei Zeugnissen:

UBI: UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk

Radiotelephone Operator’s Certificate  for the Radiotelephone Service on Inland Waterways: Amtlich anerkannte Erlaubnis zum Bedienen und Beaufsichtigen einer Schiffsfunkstelle auf Binnenschifffahrtsstraßen. Ist unbefristet gültig  für das Fahren im Binnenbereich auf Bundeswasserstrassen und die Teilnahme am Binnenschifffahrtssprechfunk ( z.B. durch Vornahme der Schaltung auf Binnen). Es kann von jungen Segelern ab 15 Jahren erworben werden.

Die Prüfung besteht aus der Beantwortung eines Fragebobens und der Aufnahme und der Abgabe einer Not- und Dringlichkeits- oder Sicherheitsmeldungen unter Verwendung der Buchstabiertafel.

Im Wesentlichen geht es um die wichtigen Kennzeichen Merkmale, die Rankfolge und Arten des Funkverkehrs, Arten von Funkstellen, Frequenzen und ihre Nutzung.  Plus ein wenig Technik.

Short Range Certificate „SRC“

Beschränkte Funkbetriebserlaubnis: Dies ist die amtliche Berechtigung zur Ausübung des Seefunkdienstes im Weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystem (GMDSS) für UKW (Reichweite bis ca. 35 sm) auf Sportbooten. Auch sie kann von Seglern ab 15 Jahren erworben werden.

Die theoretische Prüfung besteht aus Fragen und der Aufnahme von Not-, Dringlichkeits- oder Sicherheitsmeldungen in englischer Sprache unter Verwendung des internationalen phonetischen Alphabets mit anschließender Übersetzung ins Deutsche und der Übersetzung eines deutschen Textes ins Englische. Hier kann es auch sein, dass mündlich geprüft wird.

In der praktischen Prüfung müssen Pflichtaufgaben aus dem Bereich terrestrischer Seefunk  gelöst und Beispielfälle unter Bedienung einer UKW-(GMDSS)-Anlage gelöst werden  (Aussenden eines Notalarms, Speicherabfrage, Abwicklung des Routine- und Notverkehrs, Funkstille gebieten, Kanalwechsel).

Hier geht es im Wesentlichen um Kenntnisse des mobilen Seefunkdienstes, GMDSS,  öffentliche Seefunkdienstes in englischen Sprache in Wort und Schrift zum Austausch von
Informationen auf See.

Long Range Certificate „LRC“

Allgemeine FunkbetriebszeugnisDiese amtliche intenationale Berechtigung gilt zur uneingeschränkten Ausübung des Seefunkdienstes im GMDSS für UKW, GW, KW und Seefunk über Satelliten auf Sportbooten. Zugelassen sind Segler ab 18 Jahren.

Auch hier besteht die theoretische Prüfung aus  einem Fragebogen, der Aufnahme von Not- Dringlichkeits- oder Sicherheitsmeldungen in englischer Sprache mit anschließender Übersetzung ins Deutsche, der Übersetzung eines deutschen Textes ins englische und dessen Absetzung über Funk unter Verwendung des internationalen phonetischen Alphabets sowie der gebräuchlichen Abkürzungen und Redewendungen in der Seefahrt.

In der praktischen Prüfung müssen Pflichtaufgaben (aus dem terrestrischer Seefunk und Seefunk via Satelliten) gelöst und sonstige Aufgaben (Inmarsat A/B/M und C) unter Bedienung von UKW/GW/KW/Inmarsat-Anlagen erledigt werden.

Das LRC vermittelt neben den SRC-Fertigkeiten zusätzlich den mobilen Seefunkdienstes über Satelliten, GMDSS, den öffentlichen Seefunkdienstes sowie die englischen Sprache in Wort und Schrift zum Austausch von Informationen auf See.

Weitere Infos zu den Funkzeugnissen

Auf ELWIS (Elektronischer Wassenstraßen-Informationsservice) finden sich alle neuen Fragekataloge für die Funkzeugnisse. Alle Details zu den Funkzeugnissen finden sich auf der Webseite des Deutschen Segler-Verbandes.

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