Segelschein

Wer segeln will, braucht einen Segelschein – oder? Eben nicht. Nur, wer ein Segelboot führen will, also der verantwortliche Skipper auf einem Sportboot ist, braucht die passende Lizenz. Dies sei vorab gesagt, denn wer nur mal im Urlaub mitsegeln möchte, braucht sich darüber keine Gedanken zu machen. Der sollte die Knoten lernen und – um eine Hilfe an Bord zu sein – auch die Kommandos verstehen. Aber ein guter Skipper kann auch ein gewissen Nicht-Wissen der Crew ausgleichen.

Wer also also Skipper ein Boot führen möchte, braucht einen Segelschein – und zwar den richtigen. Allerdings ist das ein aufeinander aufbauendes System von Fahrerlaubnissen, das zwar recht unübersichtlich wirkt – aber durchaus durchschaubar ist.

Der Sportbooschein muss sein: SBF Binnen oder/und SBF See

Die beiden Sportbootführerscheine sind dort zum Führen eines Motor- oder Segelboot notwendig, wenn dies vorgeschrieben ist. In den meisten Binnenrevieren (z.B. Tegernsee) sind aber nicht einmal sie notwendig. Dies erfährt man in den zuständigen Landratsämtern (oder telefonisch beim Bootsvermieter).

Der SBF Binnen ist vorgeschrieben für das Führen eines Boots unter Motor ab 5 PS mit unter 15 Metern Länge auf den Binnenwasserstraßen. Der SBF See ist vorgeschrieben „im Gültigkeitsbereich der Seeschifffahrtsstraßenordnung (SeeSchrStrO) für Motorfahrzeuge über 5 PS – also auch für Segelyachten mit Motor über 5 PS. Segelkenntnisse werden hier jedoch nicht abgefragt.

„Freiwillige“ Segelscheine: SKS, SSS, SHS

Diese drei Scheine sind freiwillig und werden als formaler Befähigungsnachweis von Vercharterern und insbesondere von Versicherungen und Regatta-Veranstaltern verlangt. Der SKS (Sportküstenschifferschein) befähigt zum Führen einer Yacht innerhalb der 12-Seemeilen-Zone, der SSS (Sportseeschifferschein) innerhalb der 30-Seemeilen-Zone und der SHS (Sporthochseeschifferschein) befähigt zum Führen einer Segelyacht auf weltweiter Fahrt.

Funkschein

Zusätzlich muss damit gerechnet werden, dass zum Chartern einer Segelyacht noch ein Funkschein verlangt wird – nämlich dann, wenn die zu mietende Segelyacht über ein Funkgerät verfügt. Ist dies der Fall, muss der Skipper einen Funkschein besitzen. Hierbei gibt es unterschiedliche Regelungen für die Ost- und Nordsee und alle anderen Gewässer. Dies bitte bei der Segelschule nachfragen. Als Alternativen für den internationalen Einsatz gelten das SRC (Short Range Certificate) und das LRC (Long Range Certificate). Aktuelle News dazu.

Pyortechnischer Schein

Sollen entsprechende Seenotsignalmittel an Bord mitgeführt werden, ist ein Pyortechnischer Schein notwendig.

Welche Anforderungen an welche Scheine gestellt werden, ist auf diesem Poster desDSV gut zu sehen.

Also, in der Zusammenfassung, welcher Segelschein für wen:

  • Wer ohne Motor auf einem Binnenrevier segeln möchte, braucht keinen Segelschein. (Ausnahme: Berlin. Hier ist Sportbootführerschein Binnen erfoderlich.
  • Wer mit Motor auf einem Binnenrevier segeln möchte, braucht meist einen Sportbootführerschein Binnen. Bitter vorher erkundigen.
  • Wer mit einer Jolle oder einem Katamaran an der Küste segeln möchte, braucht keinen Segelschein.
  • Wer auf einem Seerevier (Küste) eine Yacht führen möchte, benötigt den Sportbootführerschein See und – wenn ein Funkgerät an Bord ist – einen Funkschein.
  • Wer eine Yacht chartern möchte benötigt einen passenden Befähigungsnachweis – je nach Einsatzort also einen SKS, SSS oder SHS  und in der Regel einen Funkschein.#

Mehr Infos im Segelhandbuch und Links auf Segellinks.