Entschleunigung als Lösung: Segeln für das Klima

by eric on 18. Januar 2010

Seit sieben Jahren sind die Schweizer Dario und Sabine Schwörer auf den sieben Weltmeeren unterwegs. Schon damals warnte Dario, ein Klimatologe, vor eventuellen Folgen des Treibhauseffektes. Und das, obwohl Wissenschaftler, die dies anprangerten, damals noch als Panikmacher galten.

Am 2. Dezember 2002 brachen die beiden schließlich auf – sie wollten mit einem Segelschiff, Fahrrädern und zu Fuß die ganze Welt und alle Klimazonen bereisen. Auf dieser Reise war es ihr Ziel, auf jedem Kontinent den höchsten Berg zu besteigen. „Top to top“, Gipfel für Gipfel lautet ihr Motto. Ausgelegt war die Reise für vier Jahre, aber besondere Umstände hinderten sie daran, den Plan einzuhalten: Zum einen die Kollision mit einem schwimmendem Container im Südpazifik, zum anderen ungeplanter Nachwuchs. Inzwischen sind sie schon zu fünft. Sarina (4) und Andri (3) kamen in Chile zur Welt, Noé (fünf Monate) in Darwin, Australien. Sarina haben sie es zu verdanken, dass sie einen Sponsor gewonnen haben: Dario schnitt die Nabelschnur mit einem Victorinox-Sackmesser durch. Der Schweizer Botschafter in Chile erfuhr davon und trug es an die Firma weiter. Diese stellt nicht nur die Ausrüstung sondern zahlt auch die Krankenkassenbeiträge der Familie.

Zur Zeit ist die Familie in der Schweiz, da Noé wegen seiner unterschiedliche großen Nieren untersucht werden muss. Doch die Familie hat noch die Hälfte des Weges vor sich, daher wollen sie Ende Februar erneut aufbrechen. Abschließen wollen sie die Reise mit ihrem sportlichen Traumziel: Die Besteigung der höchsten Erhebung der Antarktis.

Eine Lösung für den Klimawandel haben sie auch gefunden: die Entschleunigung des Lebens. „Wenn die Gesellschaft Abschied vom Tempowahn nähme, könnte sie viel Energie sparen und Sicherheit, aber auch Lebensqualität hinzugewinnen“, sagt Dario Schwörer. „Die Menschen in den reichen Ländern haben alles – nur keine Zeit für Begegnungen.“

(Offizielle Seite, bazonline.ch)

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