Eissegeln: Mit 130 Sachen übers Eis

by eric on 17. Januar 2010

„Eissegeln. Nichts für Technokraten. Nur für Macher.“ Das ist der Spruch des Tages auf der deutschen Website des Eissegelns. (Fotogalerie) Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim Eissegeln um eine Variante des Segelns, die auf Kufen und auf gefrorenen Flächen betrieben wird.

Der Anfang der Eisschlitten hatte einen rein praktischen Zweck: Die ersten wurden im 16. Jahrhundert in Holland gebaut und erleichterten so den Warentransport über die gefrorenen Kanäle. Zu der Zeit, als auch das Segeln zu einem Hobby wurde, begann auch die Entwicklung der Eisschlitten zu Sportgeräten. Noch heute werden die meisten selbst gebaut und nach Ansicht vieler Eissegler macht gerade das einen großen Reiz des Sports aus.

Eine der Schwierigkeiten beim Eissegeln ist die Witterung. Kein anderer Sport hängt wohl so sehr davon ab wie diese. Selbst Meisterschaften werden kurzfristig entschieden, manchmal noch am Tag vorher abgesagt, weil keine geeignete Eisfläche gefunden wurde. Das Eissegeln selbst stellt auch Profis des Wassersegelns vor Probleme, weil etwas Entscheidendes fehlt: Wellenbewegungen, die Windgeschwindigkeit und –richtung anzeigen.

Die Standard-Klasse der Eisschlitten ist die sogenannte DN-Klasse. Sie geht auf eine Leseraktion der „Detroit News“, einer amerikanischen Zeitung, zurück, bei der die Leser aufgefordert wurden, Baupläne für einen leicht nachzubauenden und gut zu transportierenden Eissegler einzusenden. Der daraus entstandene Segler wird nahezu liegend gesteuert, ist ca. 3,65 Meter lang und hat ein Großsegel mit einer Fläche von 5,57 Quadratmetern. Damit rasen die Sportler geradezu über das Eis und erreichen dabei Spitzengeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern. Bei entsprechendem Wind heben die Schlitten mit der luvwärtigen Seite ab und machen so den Kick des Sports aus! Eine schnellere Möglichkeit des Segelns gibt es nicht, dreimal schneller als der Wind können die Sportler auf ihren Schlitten unterwegs sein.

Und wenn der Winter vorbei ist und mit ihm das Eis verschwunden ist, wechseln die Eissegler auf das „normale“ Segeln. Aber sie warten ungeduldig auf den nächsten Winter und gehören wohl zu den wenigen, die Frost und Eis herbeisehnen!

(Eissegeln.de, Welt Online)

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